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Malva Bari ist ein vielseitig interessierter Mensch. Zurzeit absolviert die 20-Jährige ein Freiwilliges Soziales Jahr. © Ulf Buschmann

Im Porträt: Malva Bari absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Curatus Tagespflege in Twistringen

Twistringen – Auszeichnungen hat Malva Bari schon einige erhalten. Im vergangenen Jahr waren es der Ehrenamtspreis Young Women in Leadership Award (YWLA) des Zonta Clubs Diepholz-Verden und eine besondere Anerkennung zum Abiturzeugnis für ihr soziales Engagement am Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. Die heute 20-Jährige war Mitglied der Schülervertretung, organisierte eine Informationsveranstaltung über Organspende und stellte eine Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei, DKMS, auf die Beine. Als ob das noch nicht genug war, spielte Malva Bari Theater und leitete eine Französisch-Arbeitsgemeinschaft – „während des Abis“, sagt sie und lacht.

Zurzeit absolviert Malva Bari ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Curatus Tagespflege in Twistringen. Nicht zur Berufsorientierung, sondern um den Numerus Clausus fürs angestrebte Zahnmedizin-Studium zu packen. Dieser liegt trotz Fachkräftemangel noch immer zwischen 1,0 und 1,3. Dass sie ihr Ziel erreicht, daran lässt sie keinen Zweifel. „Ich würde gerne im Norden bleiben“, meint Malva Bari.

Dass sie diesen Aspekt so in den Vordergrund stellt, hat einen Grund: „Familie ist mir sehr wichtig.“ Malva Bari und ihre Angehörigen sind Jesiden. Ihre Gesamtzahl wird aktuell mit rund einer Million Menschen angegeben. Die ursprünglichen Hauptsiedlungsgebiete der Jesiden liegen im Nordirak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei. In Armenien sind sie als eigenständige Ethnie anerkannt. Damit folgt das Land den Vereinten Nationen. Die mit Abstand größte Diaspora mit rund 200.000 Angehörigen lebt in Deutschland.

Für ihr FSJ hat sich Malva Bari nach eigenen Angaben bei vier Institutionen beworben. Zwischen der Curatus Tagespflege und ihr hat es dann sofort gefunkt. In der Twistringer Filiale ist die 20-Jährige in der Betreuung tätig – genauso, wie es die Zulassungsvoraussetzung ist. Denn wer ein FSJ als Vorlauf zum Zahnmedizim-Studium absolviert, muss dieses unbedingt in der Pflege tun. Ihre Aufgabe in der Betreuung der Senioren mache ihr Spaß, meint Malva Bari. Und: „Es erfüllt mich. Die Gäste fragen regelmäßig nach mir.“

Wenn Malva Bari keinen Dienst hat, befasst sie sich mit Politik oder liest viel. Vor diesem Hintergrund freut sie sich, dass es in ihrer Heimatstadt seit geraumer Zeit die offene Bibliothek an der Bahnhofstraße gibt. Dort können Nutzer bis auf Mittwoch auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Medien aller Art ausleihen.

 

Gut zu wissen

Weitere Informationen über das FSJ: https://www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj-freiwilliges-soziales-jahr/.