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Noch bis Ende Mai: Auf der einen Seite wird gebuddelt, auf der anderen Seite rangiert. Die Parkplatz-Lage an der Kita Pusteblume steht in der Kritik. Fotos: Gregor Hühn

Twistringer Eltern haben Sorge um ihre Kinder und wünschen sich Platz zum Rangieren

Twistringen – Eng und gefährlich: Schüler mit Fahrrädern, zu Fuß und dazu Eltern mit Autos, die ihre Kita-Kinder abholen. Sie alle müssen sich momentan den Parkraum vor der Kita Pusteblume teilen. Der Grund ist eine Baustelle vor dem Twistringer Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. Morgens um 8 Uhr und mittags gegen 13 Uhr kämen sich die Beteiligten regelmäßig in die Quere, beklagt Nadine Meyer, Mutter von drei Kindern.

Seit Herbst wird an der Umgestaltung der Park- und Fahrflächen des Gymnasiums gearbeitet. „Wir sind alle abgenervt“, sagt Nadine Meyer und beanstandet, dass im Zuge dessen sechs Parkplätze auf dem Wendehammer bei der Kita zurückgebaut wurden, die nun Erziehern und Eltern weniger zur Verfügung stünden. Zugleich verkleinere die Maßnahme den Raum zum Rangieren. Die Eltern mit Autos könnten wegen der Baustelle auch nicht mehr über den Schulparkplatz ausfahren, sondern müssen auf dem Kita-Parkplatz wenden. Während der Bauphase komme es dort zu Gedränge und Problemen. „Das Auto piepst von allen Seiten, bis die Menschentraube weg ist“, schildert Nadine Meyer. Auch andere Eltern, die jedoch ihren Namen nicht nennen möchten, beklagen den Zustand.

„Meine Tochter ist fast von einem Radfahrer umgefahren worden“, beschreibt Meyer eine Beinahe-Kollision, als ihre Tochter aus dem Auto vor der Kita aussteigen wollte. Schulleiter Peter Schwarze weiß, dass es momentan Probleme mit Fahrradfahrern und Eltern, die ihre Kinder abholen, auf dem Kita-Parkplatz gibt. Vor einigen Wochen habe er daher ein Schreiben an die Schülerschaft des Gymnasiums verfasst und das Fahrradfahren auf dem angrenzenden Kita-Parkplatz verboten. „Ich habe einen E-Mail-Verteiler, um alle Schüler anzuschreiben.“ Außerdem appelliert der Schulleiter an die Rücksichtnahme der Schüler, insbesondere solange das Bauvorhaben noch andauere.

„Wo gebaut wird, da entstehen Situationen“, gibt Peter Schwarze zu. Unfälle seien ihm aber keine bekannt. Damit das so bleibt, kontrollierten Aufsichten stichprobenartig das Geschehen auf dem Kita-Parkplatz während der Stoßzeiten. „Die Rückmeldung ist, dass sich im Wesentlichen alle an das Verbot halten.“ Laut aktuellem Stand soll die Maßnahme an der Parkplatzanlage Ende Mai abgeschlossen sein, berichtet der Schulleiter.

Bei einem Vorort-Besuch zur Mittagszeit sahen wir uns die Gemengelage vor der Kita an. Tatsächlich schoben viele Gymnasiasten ihre Fahrräder über den Parkplatz, einige hingegen radelten Richtung Schulschluss über den Platz. „Eigentlich sollen wir schieben“, gesteht ein Schüler. „Ich halt’s für wenig sinnvoll, da wir so auch länger brauchen, um vom Parkplatz und den Autos wegzukommen“, findet Schülerin Isabell. Gefährlich sei es auf dem Parkplatz aus Sicht zweier anderer Mädchen für sie noch nie gewesen. „Bloß einmal hatte mich jemand angeblafft, als ich auf das Rad steigen wollte“, sagte eine der beiden schiebend auf dem Weg ins Wochenende.

„Kita-Eltern beschweren sich zu recht“, sagt die Leiterin der Pusteblume Dagmar Beuke-Pölkeng. Auf dem Parkplatz der Kita hielten auch Eltern der Schüler oder es parkten dort volljährige Gymnasiasten ihre Autos. Das werde angesprochen. Beuke-Pölkeng appelliert, dass während der Bauphase alle ihr Verhalten anpassen sollten und vielleicht auch etwas weiter weg an der Straße halten könnten. „Eigentlich klappt es ganz gut.“

Letztlich soll die Baustelle die Parkplatzsituation verbessern. So werde der Parkraum der Lehrer laut Schulleiter Schwarze separiert über eine eigene Zuwegung über die Nordfelder Straße. Die Kita erhalte ebenso eine eigene Ein- und Ausfahrt. Der Fahrradweg für die Schüler werde über ein Hochbord von der Straßenführung getrennt. Ebenfalls bekomme die Busanbindung einen eigenen Fahrweg.

Notwendig sei die Umgestaltung, da die Schule durch einen neuen Jahrgang wuchs und weil mehr sowie größere Busse die Haltestellen auf dem Schulparkplatz ansteuern. Peter Schwarze habe das Anliegen an Bürgermeister Jens Bley angetragen, der einen Verkehrsplaner einschaltete. „Das erarbeitete Ziel: Keine kreuzenden Verkehre“, sagt Peter Schwarze.