Schüler des Gymnasiums Twistringen präsentieren die Vielfalt ihrer Kulturen
Twistringen – Eine Reise um die Welt erlebte das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium – nicht in 80 Tagen, sondern an nur einem einzigen Vormittag . Die Schule feierte kurz vor den Ferien Premiere mit ihrem ersten Kulturtag. Die Idee für dieses Event kam direkt aus der Schülervertretung. Mit viel Herzblut setzten die Jugendlichen ein klares Zeichen für Vielfalt und Gemeinschaft. Unterstützung erhielten sie von den Lehrkräften Angelika Willner und Sarah Stöger.
Insgesamt füllten 30 Schülerinnen und Schüler die Aktion mit Leben. Die Einladung der Schülervertretung richtete sich an alle Fünft- bis Zehntklässler. Jeder und jede durfte das eigene Heimatland oder das Land ihrer Eltern und Großeltern präsentieren. Das Ergebnis war eine Vielfalt, die auch Schulleiter Peter Schwarze, das Kollegium, die Mitarbeitenden sowie die Schülerschaft beeindruckte. Die Bandbreite reichte von Kanada und Russland über Bulgarien, Frankreich und Finnland bis hin zu Sri Lanka und Syrien.
Bei der Gestaltung der Stände zeigten sich kreative Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während die Schüler es eher minimalistisch angingen und mit gezielten Fakten punkteten, fuhren die Schülerinnen oft das volle Programm auf. Wie die Freundinnen Lara und Kira. Laras Eltern stammen aus Serbien. Gemeinsam mit Kira bot sie selbst gebackene Proja an. Dieses Gebäck wird aus einem salzigen Teig mit Fetakäse hergestellt. Des Weiteren präsentierten sie via Tablet den volkstümlichen Tanz Kolo, den auch beide beherrschen. Und nebenbei konnten alle noch an ihrem Quiz teilnehmen, in dem unter anderem nach einem serbischen Wissenschaftler oder auch Sportler gefragt wurde.
Bunt ging es am Stand von Livia, Liana, Mia und Emma zu. Livias Vater stammt aus Portugal und ihre Oma stellte ihr für den Kulturtag zwei Trachten zur Verfügung. „Die gelb-rote Tracht ist für die Arbeit, die rot-weiße für Feste“, erklärt sie. Die Freundinnen boten leckere portugiesische Köstlichkeiten wie Pastel de Nata, Pudim Flan, Toasta Mista und Tremoços an. „Die Tosta Mista und Pastel de Nata habe ich heute vor der Schule selber gemacht“, berichtet Livia stolz.
Am Stand von Till und Torben war das Angebot dann ein bisschen überschaubarer. Sie hatten Baumkuchen mitgebracht, der jedoch schnell vergriffen war. Dafür erstrahlten die Freunde in Schwarz-Rot-Gold, schwangen Deutschlandfahnen und waren (noch) im Fußballfieber. Auf einem Plakat stellten sie neben dem Bundeskanzler auch die Lieblingsspeisen der Deutschen vor, zu denen ihrer Meinung nach auch Baumkuchen gehört.
Ein weiterer Magnet war der Infostand von Leia Arnkens, deren Mutter aus Sri Lanka stammt, und ihrer Freundin Eleanor Sander. Die Neuntklässlerinnen präsentierten eine Art Chips und selbst gebackenes Brot. „Ich lebte von 2014 bis 2018 in Sri Lanka und bin dort auf eine internationale Schule gegangen“, erklärt Arnkens. Von dort habe sie unter anderem Deko-Elefanten und echte Edelsteine mitgenommen, die sie nicht ohne Stolz zeigte. Eigentlich wollten die Freundinnen auch Henna-Tattoos anbieten, mussten jedoch auf Tattoos aus Schminke umschwenken. Dafür gab es ein spannendes Quiz über Sri Lanka, an dem sich immer zwei Jugendliche oder Lehrkräfte via „Buzzer“ messen konnten.
„Es ist wirklich toll, was sich die Schülerinnen und Schüler alles haben einfallen lassen“, lobt Angelika Willner. „Sie sind mit Herzblut dabei“, fügt Sarah Stöger hinzu. Und auch die Schülerinnen und Schüler sparten nicht mit Lob, probierten die Köstlichkeiten und nahmen an vielen Quiz teil.


