Stadtradeln 2026 - Radelmeter

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Große Runde, große Themen: Die Berufsbörse am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen bringt Schülerinnen, Schüler und Fachleute zusammen. © Sigi Schritt

Stimmt das eigentlich alles, was man sich über das Jurastudium erzählt? Am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium erzählt ein ehemaliger Schüler aus seinem Studium.

Es gibt Momente im Schuljahr, in denen sich die üblichen Abläufe verschieben. Am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen war das am Donnerstagnachmittag der Fall: 176 Schüler der Jahrgänge 11 bis 13 besuchten nicht den regulären Unterricht, sondern Räume, in denen Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen aus ihrem Alltag berichteten.

 
 

Die Berufsbörse ist seit Jahren fester Bestandteil der Schule, doch diesmal gab es eine Besonderheit: So viele ehemalige Schüler wie selten zuvor kehrten zurück, um Einblicke in ihren Werdegang zu geben. Studien- und Berufsorientierungskoordinator Marcus Marten-Bexten sprach von „25 Berufsfeldern, 42 Referenten und etwa 75 Vorträgen“. Zwölf Ehemalige berichteten von ihrem Weg nach dem Abitur – offen, unmittelbar und nah an der Lebenswelt der Jugendlichen. „Die Rückkehr ehemaliger Abiturienten ist ein Gewinn, weil sie Berufswege schildern können, wie sie tatsächlich verlaufen – mit allen Umwegen, Hürden und Chancen“, so Marten-Bexten.

Ehemaliger Twistringer Schüler räumt mit Klischees über das Jurastudium auf

Zu den Referenten gehörten Vertreter großer Arbeitgeber wie BASF, ZF, Polizei, IHK und die Mediengruppe Kreiszeitung. Christina Damrow, Marketingleiterin der Mediengruppe, stellte den Beruf der Verlagskaufleute vor, erklärte den Ablauf der Ausbildung, mögliche Aufgabenbereiche und Entwicklungschancen. Zudem war mit Sigi Schritt ein erfahrener Redakteur vertreten, der die journalistische Perspektive einbrachte.

Auch Constantin von Kuczkowski, Geschäftsstellenleiter der IHK Hannover, betonte die Bedeutung solcher Formate. Die Berufsbörse sei „eine super Gelegenheit für die Unternehmen vor Ort, sich mit den jungen Menschen zu beschäftigen und vor allem die jungen Menschen dafür zu begeistern, dass es mehrere Wege gibt, um später erfolgreich im Berufsleben zu stehen.

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“Große Runde, große Themen: Die Berufsbörse am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Twistringen bringt Schülerinnen, Schüler und Fachleute zusammen. © Sigi Schritt

Besonders nahbar sprach der ehemalige Schüler Robin Stubbe, Jurastudent in Münster. Der 24-Jährige räumte mit vielen Klischees über sein Studium auf: „Was man für Jura braucht? Eine Menge Selbstdisziplin, ein bisschen Selbstvertrauen und Spaß am Argumentieren, Lust am Lesen.“ Und er machte Mut: „Dann können das viele schaffen.“

Berufsbörsen helfen beim Sortieren der Gedanken

Wie unterschiedlich die Jugendlichen ihre Zukunft sehen, zeigte Lilly Wunderatsch. Die 16-Jährige besuchte den Workshop „Wie geht Entscheiden?“ und suchte mehr Klarheit darüber, wohin es beruflich gehen könnte. „Definitiv etwas Kreatives“, sagte sie. Innenarchitektur sei eine Option, aber auch Journalismus könne sie sich vorstellen. Die Berufsbörse habe ihr geholfen, die eigenen Gedanken zu sortieren: „Ich wollte hören, wie andere ihren Weg gefunden haben. Das beruhigt irgendwie.“

Für Marten-Bexten sind solche Eindrücke ein Grund, die Berufsbörse weiterzuentwickeln. Er sieht sie als Teil einer langfristigen Begleitung: „Wenn Schüler später sagen: An diesem Tag habe ich etwas verstanden, das mir geholfen hat – dann hat sich alles gelohnt.“ Am Ende war es nicht ein einzelner Vortrag, der die Atmosphäre beschrieb, sondern der Gesamteindruck: eine Schule, die ihre Türen bewusst öffnet, und ein Jahrgang, der diese Chance ernsthaft nutzte.

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